|
Über die Autoren: Albert Maurice Hackett (* 16. Februar 1900 in New York City, New York, USA; † 16. März 1995 ebenda) war ein US-amerikanischer Drehbuch- und Theaterautor sowie Stummfilmschauspieler. Albert Hackett, geboren in Manhattan, war der Älteste von zwei Söhnen der Bühnenschauspielerin Florence Hackett sowie Maurice Hackett. Sein um zwei Jahre jüngerer Bruder sollte später Stummfilmschauspieler Raymond Hackett werden. Der Vater der beiden starb jedoch 1905, als Albert fünf, Raymond erst drei Jahre alt war. Hackett, bestätigt durch seine Mutter, besuchte ab seinem sechsten Lebensjahr die New York's Professional Children's School, und war bereits ab 1912 in einigen Stummfilmen als Nebendarsteller präsent. Bis zu seinem 22. Lebensjahr stand er vor der Kamera, bis er sich entschloss, Theaterstücke und Drehbücher zu verfassen. Doch seine ersten Entwürfe waren kaum von Erfolg gekrönt, bis er Ende der 1920er Jahre die ebenfalls als Schriftstellerin tätige Frances Goodrich kennen und lieben lernte. Beide heirateten am 7. Februar 1931. War es für die zehn Jahre Ältere Goodrich bereits die dritte Ehe, so für Hackett die erste. Für Albert und Frances Goodrich begann eine über 30 Jahre währende Partnerschaft auch im Beruflichen. Beide schrieben zusammen Drehbücher, beide wurden viermal für den Oscar in der Kategorie “Bestes adaptiertes Drehbuch” nominiert. Bekannt wurde ihre Dramatisierung des Tagebuchs der Anne Frank für die Bühne (1959 verfilmt). Hackett und seine Frau wurden sowohl mit dem Tony Award als auch mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Nach ihrem letzten Film, dem 1962 produzierten Filmdrama Five Finger Exercises, zogen sich Albert und Frances in ihr Privatleben zurück. Nach dem Tod seiner Frau, am 29. Januar 1984, heiratete Albert Hackett 1985 die gebürtige Schwedin Gisella Svetlik. Mit ihr blieb er bis zu seinem Tod verheiratet.
Frances Goodrich-Hackett (* 21. Dezember 1890 in Belleville; † 29. Januar 1984 in New York City) war eine US-amerikanische Drehbuch- und Theaterautorin sowie Theaterschauspielerin. Frances Goodrich begann ihre Karriere ab 1916 zunächst als Schauspielerin am Broadway, war jedoch kaum erfolgreich. Ebenso schien zunächst auch ihr Privatleben zu verlaufen. So heiratete sie am 3. Mai 1917 den Filmschauspieler Robert Ames, von dem sie sich 1923 scheiden ließ. Am 11. Oktober 1927 trat sie mit dem gebürtigen niederländischen Schriftsteller Hendrik Willem van Loon vor den Traualtar. Bereits nach zwei Ehejahren erfolgte 1929 die Scheidung. Zunächst wollte Goodrich nicht erneut heiraten, bis sie Ende der 1920er Jahre den Drehbuchautor Albert Hackett kennen lernte. Obwohl Hackett zehn Jahre jünger als Goodrich war, heirateten beide am 7. Februar 1931. Mit Hackett als Partner begann Goodrich für MGM zu arbeiten. Wurde Goodrich ein Filmprojekt angeboten, beteiligte sich Hackett als Co-Autor, und umgekehrt. Sie arbeiteten an jedem Film zusammen, und wurden so im Lauf der Zeit viermal gemeinsam für den Oscar in der Kategorie “Bestes adaptiertes Drehbuch” nominiert. Eine Goldstatue blieb den beiden jedoch stets verwehrt. Auch schrieben beide Bühnen- und Theaterstücke. So adaptierten sie das Tagebuch der Anne Frank in das am Broadway zur Aufführung gebrachte Theaterstück, welches in den heute noch bekannten Spielfilm von 1959 adaptiert wurde.
Aufführungstermine: Am 12.11., 13.11., 14.11., 16.11., 20.11., 21.11. und 22.11.93 im Heider Postelheim und am 07.01. und 09.01.94 in der “Meldorfer Ditmarsia”.
Presseberichte: Grossartige Aufführung der VHS-Theatergruppe Das Tagebuch der Anne Frank: Publikum kämpft mit Tränen
Heide. Die kleine, aber sehr arrivierte VHS-Theatergruppe hat sich nach zahlreichen erfolgreichen Aufführungen wieder einmal einem ernsten Stück gewidmet: “Das Tagebuch der Anne Frank”. Es gibt wohl kaum einen Menschen unserer Zeit, der nicht von den Aufzeichnungen des 14jährigen jüdischen Mädchens in Amsterdam der Kriegsjahre gehört hat. Das Schauspiel von Francis Goodrich und Albert Hackett beginnt mit dem Ende. Der Vater Otto Frank (gespielt vom früheren Theatergruppenleiter Horst Frank) hat als einziger der acht untergetauchten und doch später entdeckten jüdischen Leidensgenossen das KZ Auschwitz überlebt. Er kehrt noch einmal in das jahrelange Versteck zurück und findet das Tagebuch seiner Tochter Anne. Fast muss mit Tränen gekämpft werden, so erschütternd ist das mit Musik aus “La Traviata” unterlegte Spiel. Die Rückblende lässt das Ehepaar van Daan (Mathias Ehlers/Jutta Denke) mit ihrem halbwüchsigen Sohn Peter (Andreas Zöhner) als erste in der primitiven Unterkunft eintreffen. Schon hier setzt die Angst ein: wo bleibt Familie Frank? Doch sie kommen. Vater Frank mit Frau Edith (Andrea Witt) und den beiden Töchtern Margot (Silvia Winzek) und Anne (Angela Arndt-Rohde, der diese Rolle direkt auf den Leib geschrieben ist). Miep (Petra Döhren) und Kraler (Roland Speiger) versorgen die Untergetauchten so gut es in den knappen Kriegsjahren möglich ist und müssen noch einen Verfolgten in diese Enge bringen, den Zahnarzt Düssel (Adolf Sinhuber). Nicht nur die Worte aus dem Tagebuch der Anne Frank, auch das stumme Mienenspiel aller jungen Laienspieler ist grossartig! Alles war so lebensecht! Man hatte vorher in Amsterdam an Ort und Stelle recherchiert. Man sang gemeinsam jüdische Glaubenslieder um den siebenarmigen Leuchter. Damit sei auch gleich die Bühnenausstattung mit allen Requisiten erwähnt, die fast im Dunklen fix umgebaut wurde. Anne Frank hat in ihrem Tagebuch geschrieben: “Ich möchte weiterleben - auch über den Tod hinaus”. Das ist durch solche Theateraufführungen gegeben... von Anne Meseke
Dithmarscher Rundschau vom 14. November 1993
“Anne Frank” zog das Publikum in den Bann
Meldorf (wö) Mit enormen Einfühlungsvermögen und grossem Einsatz zogen die Akteure das Publikum in den Bann, dass am Ende der Aufführung vor Ergriffenheit niemand zu klatschen wagte. Vor fast ausverkauftem Haus zeigte die Theatergruppe der VHS Heide in der Meldorfer “Ditmarsia” das Stück “Das Tagebuch der Anne Frank”. Erst als die Schauspieler wieder die Bühne betraten, löste sich die Spannung und die Zuschauer dankten für die grossartige Vorstellung mit nicht enden wollendem Applaus....
Dithmarscher Landeszeitung vom 13. Januar 1994
|