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“Es war die Lerche”
Ein heiteres Trauerspiel mit Musik in zwei Teilen von Ephraim Kishon

Mitwirkende:

Romeo Montague

Andreas Zöhner

Julia Montague-Capulet

Astrid Blöhß

Lucretia, deren Tochter

Martina Schulz-Dräger

William Shakespeare

Ralph Kruse

Amme

Rosemarie Ducks

Pater Lorenzo

Dietrich Voigt

Hinter den Kulissen:

 

Souffleuse

Anette Grimminger

Licht und Sound

Frank Lohde und Adolf Sinhuber

Kostüme

Angela Arndt-Rohde, Martina Schulz-Dräger

Requisite und Bühne

Anette Grimminger, Jutta Voigt, Martina Schulz-Dräger, Dirk Andrees,
Ralph Kruse, Silvia Winzek, Anita Scheppan, Heike Kröger, Olga und Andreas Mayer

Regie

Rosemarie Ducks

Gesamtleitung

Andreas Zöhner und Stefan Niemann


Über das Stück:


Von "Romeo und Julia" zu   "Es war die Lerche"...

Wie ist es möglich, daß SIE (hier Julia) die Nachtigall singen hört, aber ER (hier Romeo) die Lerche?
Die neueren psychologischen Erkenntnisversuche entschlüsseln vielleicht das Rätsel: Was IHR noch viel zu kurz erschien, dauert IHM schon viel zu lang...

Liegt hier des "Pudels Kern" über die Unvereinbarkeit der beiderseitigen Empfindungen und Bedürfnisse?
Kishon weiß: die populäre Problematik unserer Tage-Beziehungskisten und ihre Folgen- ist gar nicht modern, sondern sozusagen uralt (... seit Adam und Eva) und auch in der Renaissance an der Tagesordnung gewesen. Welche "unmögliche" Beziehung begann nicht voller romantischer Hoffnungen, glücklicher Überzeugungen und blinder Gefühlsüberschwänge?

Wir alle kennen das, und wir alle kennen den weiteren Verlauf im (fast?!) alles fressenden Alltagsleben. So ist Kishons "heiteres Trauerspiel" nur die konsequente Fortführung von Shakespeares "Romeo und Julia". Dies und noch viel mehr gibt es zu entdecken in diesem Stück -"wer Ohren hat zu hören, der höre ..."- aber das hat wieder "ein anderer" gesagt!

Über die “Autoren”:
kishon
Über Ephraim Kishon, den Autor des Stückes:
Ephraim Kishon (* 23. August 1924 in Budapest, Ungarn; † 29. Januar 2005 in Meistersrüte (Appenzell Innerrhoden), Schweiz; eigentlicher Name Ferenc Hoffmann) war ein israelischer Satiriker ungarischer Herkunft. Er gilt als einer der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts.
Kishon lebte und arbeitete als Journalist, Schriftsteller und Regisseur (Theater, Film) in Israel und Appenzell (Schweiz). Sein Schwerpunkt lag in der humoristischen Darstellung der israelischen Alltagsrealität und seines Familienlebens. Er schrieb zumeist Kurzgeschichten, aber auch Theaterstücke und Drehbücher.
Kishon war ab April 2003 in dritter Ehe mit Lisa Witasek verheiratet. Seine erste Ehe mit Eva (Chawa, geb. Klamer) wurde geschieden, und in zweiter Ehe heiratete er Sara (geb. Lipovitz, † 2002), die im deutschen Sprachraum als “die beste Ehefrau von allen” (oder, je nach Kontext, “die Schlange, mit der ich verheiratet bin”) bekannt wurde. Aus dieser Ehe gingen Sohn Amir, der als Web-Designer in New York lebt, und Tochter Renana hervor, die in Tel Aviv wohnt. In seinem Buch "Beinahe die Wahrheit" schreibt Kishon, dass sein Sohn Rafael (aus erster Ehe) seit 1985 als Tierarzt arbeitet.
Kishon wurde unter dem Namen Ferenc Hoffmann in Budapest in eine ungarisch-jüdische Familie geboren und wuchs dort auch auf. Er sprach in seiner Jugend weder hebräisch noch jiddisch. Kishons Vater Dezsö‘ war Bankdirektor, seine Mutter Erzsébet vormals dessen Sekretärin. Er hatte eine Schwester namens Agnes.
Seine Begabung wurde schon recht früh erkannt. So erlangte er 1940 den 1. Preis des ungarischen Novellenwettbewerbs für Mittelschüler. Wegen der Rassengesetze wurde ihm das Studium an einer Hochschule verwehrt, so dass er 1942 eine Ausbildung zum Goldschmied begann.
1944 wurde Kishon in das Arbeitslager Jolsva in der Slowakei deportiert; im letzten Kriegsjahr 1945 gelang ihm aus einem Gefangenentransport nach Polen die Flucht. Ein Grossteil seiner Familie aber kam in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben.
1948 machte er sein Diplom als Metallbildhauer und Kunsthistoriker. Wegen der kommunistischen Herrschaft wanderte er im Mai 1949 aus Ungarn mit einem Flüchtlingsschiff nach Israel aus. Hier wurde sein Name Kishont - ein Name, den er sich zugelegt hatte, weil er im kommunistischen Ungarn weniger bürgerlich klang - in Kishon geändert (Kis-Hont ist ungarisch für “kleiner Hont”, wobei Hont ein verbreiteter ungarischer Nachname ist).
Eine Anekdote, die auch in seinen Büchern vorkommt, beschreibt, wie er zu seinem späteren Namen kam: Ein Beamter stutzte diesen bei der Abwicklung der Einreiseformalitäten kurzerhand auf Kishon. Den Vornamen Ferenc ersetzte der Mann mit der lakonischen Bemerkung “gibt es nicht” durch “Ephraim”.
Bereits 1952 begann er in hebräischer Sprache in der Zeitung Ma’ariv, der grössten Tageszeitung in Israel, unter dem Namen Chad Gadja (“Lämmchen”) eine tägliche Kolumne zu schreiben. Diese tägliche Glosse betreute er 30 Jahre
lang. 1953 wurde Der Schützling im Nationaltheater Habimah von ihm aufgeführt. 1959 wählte die New York Times sein Look Back Mrs. Lot (“Drehn Sie sich um, Frau Lot!”) zum “Book of the Month”. Damit begann Ephraim Kishons internationale Karriere.
Die Weltauflage seiner Bücher liegt bei 43 Mio. (davon 33 Mio. in deutscher Sprache). Auf Hebräisch sind ca. 50 Bücher, im Deutschen etwa 70 Bücher erschienen (viele Zusammenstellungen bereits erschienener Geschichten); weltweit etwa 700 Bücher in 37 Sprachen. Kishons Filme wurden zweimal für den Oscar nominiert (Schlaf gut, Wachtmeister und Sallach) und seine Filme wurden - neben einer Reihe von anderen Auszeichnungen - dreimal mit dem Golden Globe bedacht.
Weltweit bekannt sind die Familiengeschichten, Kishons meistverkauftes Buch. Es ist, abgesehen von der Bibel, auch das meistverkaufte Buch in hebräischer Sprache. Sein im deutschen Sprachraum wohl bekanntestes Werk ist die Bürokratie-Satire Der Blaumilchkanal.
Grossen Anteil an dem Erfolg im deutschen Sprachraum hat der österreichische Schriftsteller und Theaterkritiker Friedrich Torberg, der bis zu seinem Tod im Jahre 1979 die Bücher Kishons aus dem Englischen ins Deutsche übersetzte. Nach 1979 schrieb Kishon selbst auf Deutsch oder wurde von Gerhard Bronner übersetzt.
Viele Ausgaben von Kishons Büchern sind mit Illustrationen des 1923 geborenen österreichischen Zeichners und Karikaturisten Rudolf Angerer ausgestattet (signiert mit RANG).
Zielscheibe von Kishons Satiren waren neben den kleinen Ärgernissen des Alltags vor allem die Bürokratie und die grosse und kleine Politik, speziell die in Israel. Daneben war der Kunsthistoriker Kishon seit seinem Theaterstück Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht (1965) ein scharfer Kritiker der modernen Kunst und des dazugehörigen Kunstmarktes. Für die TV-Verfilmung dieses Stückes fertigte Kishon in satirischer Absicht sogar eigene Kunstwerke nach moderner Manier an. In dem Essay Picasso war kein Scharlatan (1985) und später in seinem Buch Picassos süsse Rache (1995) vertiefte er, ausgehend von einer Feststellung Pablo Picassos, seine Kritik. Wenngleich er dabei an einigen Künstlern wie etwa Joseph Beuys oder Andy Warhol kein gutes Haar liess, betonte er ausdrücklich, dass er nicht alle modernen Kunstwerke, sondern nur deren Überhöhung durch die Kunstkritik ablehne.
Schach gehörte zu Kishons Hobbys. 1990 wurde ein nach ihm benannter Schachcomputer mit Sprachausgabe, der Kishon Chesster, auf den Markt gebracht.
Anfang der achtziger Jahre liess er sich in der Schweiz nieder und lebte abwechselnd in Appenzell und in Tel Aviv.
Nach dem Tod seiner Frau Sara 2002, der “besten Ehefrau von allen”, heiratete Kishon im Februar 2003 die österreichische Schriftstellerin Lisa Witasek.
Ephraim Kishon starb am 29. Januar 2005 an einem Herzanfall. Noch am Vorabend seines Todes gab er den Stuttgarter Nachrichten ein vielbeachtetes, ausführliches Interview.

shakespeare
Über William Shakespeare, den Vorläufer Kishons:
Shakespeare lebte von 1564 bis 1616, geboren wurde er in Stratford-on-Avon in England. 1582 heiratete er Anne Hathaway, die acht Jahre älter war und ihm drei Kinder gebar.

Shakespeare verliess Stratford sehr bald, um einige Jahre später als Schauspieler in London in Erscheinung zu treten und gegen Ende des 16. Jhdt. Mitbesitzer des "Globetheatre" zu werden.
Er hinterliess u.a. ein umfangreiches dramatisches Werk (Romeo und Julia, Julius Cäsar, Hamlet, Richard III., etc.), dessen Urheberschaft bis heute in der Diskussion steht.

Aufführungstermine:

01. Mai, 02. Mai, 05. Mai, 07. Mai, 08. Mai und 09. Mai 1999 in der Markthalle in Heide
und am 14. Mai 1999 in der Meldorfer "Ditmarsia".

Pressebericht:

“Es war die Lerche” - eine andere Geschichte von Romeo und Julia
Theatergruppe der VHS Heide führt Kishon-Stück auf.

Heide (mb) ...Andreas Zöhner und Astrid Blöhß spielen die Hauptrollen in dem Stück “Es war die Lerche” von Ephraim
Kishon, aufgeführt von der Theatergruppe der VHS Heide... Die Szene zwischen Romeo und Rosemarie Ducks als Amme Julias, die kein gutes Haar an ihrer ehemals Schutzbefohlenen lässt, ist auf das Köstlichste ausgespielt. Nicht minder das Gegenstück: Julia in ihrer Beichtszene mit Dietrich Voigt als Pater Lorenzo. Der demente alte Geistliche mit seinen unverhohlenen grabbeligen Sexinteresse ist ihm hervorragend gelungen. Und schliesslich ist da noch “Willi”, Ralph Kruse als William Shakespeare. Er ist der Sündenbock als Schöpfer der beiden literarischen Gestalten... Mal zerknirscht, mal reichlich abgehoben, stellt ihn Kruse auf die Bühne, diesen “Deux ex machina”. Als Schürzenjäger, der sich mit der voll abgedrehten Tochter “Luci” (Martina Schulz-Dräger) am liebsten aus dem Staube machen würde, nachdem er sein Werk auf
Renaissance-Weise vollendet hatte. Sollen sich die Alten doch gegenseitig vergiften. Nur die entziehen sich zum Glück oder zu ihrem Unglück noch einmal ihrem literarischen Schicksal...

Dithmarscher Landeszeitung vom 14.05.1999