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“Zur Rose und Krone”
Schauspiel von John B. Priestley

Zum Inhalt:
In einer Londoner Vorstadtkneipe sitzen Mr. Stone, ein stets unzufriedener Geschäftsmann, das Klatsch- und Klageweib
Mrs. Reed, die alte Mutter Peck, die sich mit erbetteltem Gin tröstet, und der verdriessliche Percy mit seiner schüchternen Frau. Bis Harry kommt, der alle aufmuntert. Als der Tod herein tritt, will keiner der Lebensmüden sich opfern. Harry geht freiwillig, die anderen klagen weiter.

Die Rollen und ihre Darsteller:

Herr Stone

Jörn Drenkahn

Frau Reed

Susanne Leonhard

Ivy Randle

Kirsten Freygang

Percy Randle

Andreas Zöhner

Mutter Peck

Dorette Damms

Harry Tully

Horst Frank

Der Fremde

Stefan Niemann

 

 

Regie

vhs theater heide

Über den Autor:
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Aufführungstermine:
Am 16.11., 19.11., 22.11. und 23.11.86 im Postelheim in Heide

Presseberichte:
VHS-Theatergruppe Heide spielt sich frei
Heide (AM). Die kleine Theatergruppe der VHS Heide hat sich über die Jahre ihres Bestehens hin erstaunlich freigespielt, sie ist mit ihren selbstgestellten Aufgaben gewachsen. Das zeigt das Theaterstück “Zur Rose und Krone” von John B. Priestley. Es hat schon eine Bewandtnis damit, dass dieses Stück an den ernsten Gedenk- und Feiertagen aufgeführt wird.
Selbst für einen Laien erkennbar, mag es viel leichter sein, ein lustiges humorvolles Stück zu spielen. Denn: Wenn nur die Pointen stimmen, dann haben die Schauspieler ihre Lacher im Publikum schon auf ihrer Seite...
So aber war “Zur Rose und Krone” ein nachdenkliches Theaterstück, das Menschen zeigt, “Menschen, wie du und ich”. Oder gehören wir alle nicht hin und wieder zu den Zeitgenossen, die sich etwas zurechtstöhnen und über das Leben meckern?
So auch der Klempner Herr Stone, der in der Gastwirtschaft “Zur Rose und Krone” beim Wirt ein Bier bestellt und sich über die schlechten Geschäfte und die anspruchsvollen Kunden beschwert. Er wird von Jörn Drenkhahn glaubhaft dargestellt, wie er sich so stöhnend auf seinen Stuhl pflanzt.
Hier ist - wie bei dem ganzen weiteren Stück - mitunter die Kunst der Pausen zu erwähnen, die es mit Schweigen zu füllen gilt. Als dann die handfeste Frau Reed erscheint, die über ihren Magen und über ihre Appetitlosigkeit klagt, kriegen die beiden sich - ungnädig gegen die Probleme des anderen - schon in die Wolle. Susanne Leonhardt spielt diese Frau mit bravourösem Mut zur Hässlichkeit.
Das kleine junge Ehepaar Percy und Ivy Randle mit dem “Wie-du-meinst-Liebling”-Komplex wird von Andreas Zöhner und Kirsten Freygang rührend dargestellt. Dorette Damms, die die alte Mutter Peck spielt, muss schon so alt und tüttelig sein, dass es wirklich zu ihrer Rolle passt, wenn die Souffleuse ihr gelegentlich weiterhelfen muss.
Fast alle halten nicht viel von diesem Leben, das sie mehr oder weniger mühsam fristen. Nur Harry Tully kommt mit frohem Gesicht in die Wirtschaft und hat bei seinem Bier gute Worte für alle Anwesenden und das Leben schlechthin, das er liebt und geniesst. Horst Frank verleiht ihm als Schauspieler sein freundliches Wesen.
Doch der dunkle Fremde (Stefan Niemann), der sich als Abgesandter des Todes zu erkennen gibt, kann keinen unter den Anwesenden finden, der freiwillig mit ihm gehen mag. Nun will es keiner wahrhaben, dass er eben noch auf sein bisschen Leben geschimpft hat...
Wer sich mit dem Tod beschäftigt, der hat etwas für sein Leben gewonnen. Die Zuschauer gingen jedenfalls nach herzlichem Beifall für die Theatergruppe mit eigenen Gedanken heim. Sollte man sich nicht ein wenig mehr bewusst am Leben freuen?

Dithmarscher Landeszeitung vom 22. November 1986