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“Hokuspokus”
von Curt Goetz
Komödie in vier Akten

Zum Inhalt:
Zutaten jenes kaum entwirrbaren Krimistücks sind ein Anwalt, der keiner ist, ein Mord, der nie geschah, eine Witwe, die eigentlich eine treue Gattin ist, ein erfolgloser Maler, der sich post mortem wie warme Semmeln verkauft, ein Gaukler, der aussteigt, eine Leiche, deren wahre Identität von der echten Witwe verschwiegen wird, weil sie sich keine gescheite Beerdigung leisten kann, ein Schauprozess voller Wendungen, in dem nichts ist, wie es scheint, und der die Beteiligten an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt – und ein Schlussplädoyer, das sich zu einer der zauberhaftesten Liebeserklärungen entwickelt, die es je auf dem Theater gegeben haben dürfte. Der Skandal entpuppt sich als harmloser Hokuspokus.

Hokuspokus ist eines der erfolgreichsten Werke Curt Goetz’. Mehrfach verfilmt, ist dieser Krimi-Kunst-Boulevard ein brillantes Lehrstück der Situationskomik, des Wissens um menschliche Beweggründe und eine Liebeserklärung an die Liebe. Selten hat ein Autor so mit den Genres gespielt, selten so federleicht zwischen den Tönen changiert, wie Goetz in jenem fabelhaften Werk, das man getrost zu den Klassikern der neueren Theaterliteratur zählen darf.

Die Rollen und ihre Darsteller:

Ferdinand Arden

Adolf Sinhuber

Arthur Graham

Dirk Andrees

Der Butler

Ingo Träger

Peer Bille

Hannes Groncki

Der Polizist

Per Grunenberg

Die Staatsanwältin

Rosemarie Ducks

Agda Kjerulf

Brigitte Refisch

Der Gerichtsdiener

Ralph Kruse

Zeugin Sedal

Angela Arndt-Rohde

Zeugin Onano

Jutta Voigt

Zeugin Kiebutz

Susanne Kühl

Frau Engstrand

Astrid Blöhß

Krankenschwester

Heike Kröger

Der Beisitzer

Bernd Heinrich

Die Beisitzerin

Iris Masselmann

 

 

Regie

vhs theater heide

 


Über den Autor:goetz2
Curt Goetz, *17.11.1888 in Mainz, † 12.09.1960, Grabs bei St. Gallen.

Curt Goetz gilt als einer der wenigen deutschen Bühnenschriftsteller, die im Genre
der gehobenen Boulevardkomödie und des geistreich-witzigen Konversationsstücks reüssieren konnten. Seit 1907 als Schauspieler tätig und ab 1911 in Berlin im Engagement (Renaissance-Theater), begann er seine schriftstellerische Laufbahn
mit Einaktern, bis er 1921 mit Ingeborg seinen ersten großen Erfolg verzeichnen konnte. 1923 heiratete G. die Schauspielerin der Titelrolle, Valerie v. Martens, die zeitlebens seine kongeniale Partnerin auf der Bühne blieb, und mit der er seit 1925 seine Stücke auch auf Tourneen präsentierte. 1939 emigrierte C. nach Hollywood, nach dem Krieg nahm er seinen Wohnsitz in der Schweiz und konnte, auch als Filmschauspieler, an seine früheren Erfolge anknüpfen (Das Haus in Montevideo,
1947). – Die theater- und publikumswirksamen Stücke G.' sind von einer ironisch-spielerischen Haltung geprägt, die sich in der Vorliebe des Autors für eine anekdotenhafte, meist mit einem Rahmen versehene Handlung, für desillusionierende Effekte und einen liebenswürdigen Konversationsstil voller Pointen und Aperçus manifestiert (Boulevardtheater).

Aufführungstermine:
15.05., 17.05., 18.05., 19.05., 24.05. und 26.05.1996 in der Heider Markthalle und am 31.05.96 in der Meldorfer “Ditmarsia”.

Presseberichte:

„Hokuspokus“ mit dem VHS-Theater
Die Markthalle als Gerichtssaal

Heide - ... In der vergangenen Woche feierte das Ensemble mit dieser Komödie in vier Akten, bei der aus Theaterzuschauern Gerichtsbesucher werden, eine überaus gelungene Premiere...
Die Aufführung lebt vor allem von den Hauptcharakteren, und hier besonders zu erwähnen sind Hannes Groncki als gewiefter Verteidiger, Brigitte Refisch (zum ersten Mal auf der Bühne dabei!) als Angeklagte Agda Kjerulf, Rosemarie Ducks als Staatsanwältin und „Routinier“ Adolf Sinhuber als genervter Gerichtspräsident. In Nebenrollen voll überzeugend und für Applaus auf offener Szene sorgend: Jutta Voigt als Zeugin Onano, Susanne Kühl (das erste Mal dabei) als Zeugin Kiebutz und Angela Arndt-Rohde als Zeugin Sedal.
Insgesamt zum wiederholten Male eine Klasse-Aufführung des VHS-Theaters, dem mit sovielen Debütanten auf der Bühne um die Zukunft wohl nicht bange werden muß. (joc)

Heider Anzeigenblatt vom 22.05.1996