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Drei kleine ErGoetzlichkeiten
Drei Einakter von Curt Goetz

Zum Inhalt:

“Minna Magdalena”
Minna ist das Hausmädchen bei Professors. Doch um Minna’s Gesundheit ist es offenbar nicht gut bestellt. Sie fällt andauernd in Ohnmacht. Frau Professor vermutet, dass Minna schwanger ist. Alles deutet darauf hin. So wird Minna’s Vater einbestellt, dem die Nachricht von Herrn Professor möglichst “schonend” beigebracht werden soll. Immerhin geht es um ein uneheliches Kind. Herr Professor gibt sich alle Mühe, kann jedoch nicht verhindern, dass die Situation eskaliert. Minna’s Vater schreckt nämlich auch vor körperlicher Züchtigung nicht zurück. Doch bevor es zum Schlimmsten kommt, stellt sich heraus, dass die Schwangerschaft keine ist...

“Herbst”

Graf Dingelstädt begibt zur Kur. Auf dem Weg zur Kurpromenade trifft er auf eine Dame, Cyprienne, mit der er sogleich ins Gespräch kommt. Der Graf ist vom alten Schlag und auch die Dame schwelgt gern in Erinnerungen an alte Zeiten. Dabei stellen beide fest, dass man Vorlieben für das Theater pflegt. Und so entspinnt sich langsam ein Dialog über eine vergangene Liebe, die -den Umständen geschuldet- platonisch bleiben musste.
Der Graf weiß nicht, dass er mit der Frau auf einer Parkbank sitzt, an die er vor Jahrzehnten sein Herz verlor. Auch dem Zuschauer bleibt bis zum Ende verborgen, dass Cyprienne die einstmals Angebetete ist. Erst im allerletzten Moment löst sich für den Zuschauer die Geschichte auf. Da hat Dingelstädt die Bühne bereits verlassen...

“Hund im Hirn”
Frau Professor hat ein Verhältnis. Davon ist Herr Professor naturgemäß nicht angetan. Das Verhältnis der Frau Professor, Herr Tittori, wurde unlängst vom Hund des Hauses, Hektor, gebissen. Als Herr Professor verfrüht von einer Reise zurückkehrt, erscheint eben dieser Herr Tittori, um Frau Professor zu “besuchen”. Herrn Tittoris Bisswunde ist jedoch entzündet. Herrn Professor gelingt es, Herrn Tittori und seiner Frau vorzumachen, dass Hektor die Tollwut hatte. Tittori zeigt daraufhin alle Anzeichen von Tollwut. Um behandelt werden zu können, gibt Tittori alles zu, nachdem er zuvor große Stücke auf auf Ehre und Anstand gab. Das Verhältnis ist somit bewiesen. Herr Professor macht seiner Frau deutlich, was für einen Liebhaber sie sich ausgesucht hat, “dein Kavalier ist ein Pennemätzchen!”

Die Einakter, die Rollen und ihre Darsteller:

Minna Magdalene

Herr Professor

Stefan Niemann

Frau Professor

Petra Hirsch

Herr Sack

Adolf Sinhuber

Minna

Antje Hennings

Herbst

Cyprienne

Karin Heinevetter-Winzek

Florence, ihrre Tochter

Daniela Böning

Graf Dingelstädt

Frank Hiestermann

Hund im Hirn

Herr Professor

Stefan Niemann

Frau Professor

Ilka Berka,
Karin Heinevetter-Winzek

Herr Tittori

Frank Hiestermann

 

 

Regie

vhs theater heide

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Autor:
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Aufführungstermine:


Am 19.02., 21.02., 22.02., 24.02., 26.02. und 28.02.2010 im Stadttheater Heide 

Presseberichte:

Tiefgründiger Humor gekonnt in Szene gesetzt

Gelungene Premiere der VHS-Theatergruppe mit drei Einaktern von Curt Goetz

Von Werner Siems

Heide-” Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe.”

Das Zitat stammt von Curt Goetz (1888-1960), der als einer der brillantesten Komödienschreiber des deutschsprachigen Raumes gilt. Doch für den Schriftsteller waren es nicht einfach nur Worte: Er lebte sie auch - und sie sprechen aus seinen Werken. Davon konnten sich im Stadttheater die Zuschauer überzeugen, die zur Premiere von “Drei kleine ErGoetzlichkeiten” kamen, einer Inszenierung des VHS-Theaters Heide.

 “Drei kleine ErGoetzlichkeiten” ist ein Potpourri aus drei seiner humorvollen Einakter. “Minna Magdalena” (mit Stefan Niemann, Petra Hirsch, Antje Hennings und Adolf Sinhuber) und “Hund im Hirn” (mit Adolf Sinhuber, Stefan Niemann, Ilka Berka und Frank Hiestermann) stammen aus seiner frühen Schaffensperiode kurz nach dem ersten Weltkrieg. “Herbst” (mit Frank Hiestermann, Karin Heinevetter-Winzek und Daniela Böning) wurde hingegen 1958 geschrieben, in der Spätphase seines Schaffens.

Die gut gelungene Auswahl zeigt die ganze Bandbreite von Curt Goetz’ Sinn für Humor. Sie reicht von der feinsinnigen, tiefgründigen Variante bis zu übersprudelnder Heiterkeit im grotesk-szenischen und wortspielerischen Sinn. Ironische Seitenhiebe auf eine übermoralische Gesellschaft und - für die damalige Zeit - gewagt frivole Einfälle inbegriffen. Die Stücke zeigen, warum Goetz als Genie des feinen Humors gilt. Trotz des Alters haftet ihnen nichts Verstaubtes an. Die Stücke sind aktuell wie vor 90 bzw. 50 Jahren.

Das Team des VHS-Theaters inszenierte die Einakter mit viel Einfühlungsvermögen in die feinsinnige Art des Autors. Und dank ihrer sauberen schauspielerischen Leistung gelang es, das Unterhaltsame mit dem Tiefgründigen zu verbinden. Die Zuschauer erlebten einen Abend voller Heiterkeit. Und sie genossen es - das zeigte leises Schmunzeln ebenso wie herzhaftes Lachen.

 

Dithmarscher Landeszeitung vom 22.02.2010