schriftzuginternet

“Figaros Hochzeit”
von Gerd Sprenger

Die Rollen und ihre Darsteller:

Graf Almaviva

Frank Lohde

Die Gräfin

Anja Wölke

Figaro

Andreas Zöhner

Susanna

Kathrin Paßehl

Marcelina

Jutta Voigt

Antonia

Anita Scheppan

Barbarina

Antje Hennings

Cherubino

Eugen Rodecker

Bartholo

Dr. Till Maercklin

Bazile

Frank Hiestermann

Don Curzio

Adolf Sinhuber

Gerichtsschreiber

Petra Hirsch

Ein Gerichtsdiener

Heike Kröger

Kommentatorin

Martina Schulz-Dräger

Revolutionäre

Stefan Niemann, Petra Hirsch, Frank Hiestermann

 

 

Souffleuse

Ulrike Sprick

Bühne

Heike Kröger, Dietrich Voigt, Andreas Zöhner, Antje Hennings, Dr. Till Maercklin, Adolf Sinnhuber, Karin Heinevetter

Kostüme

Angela Arndt-Rohde, Anja Wölke, Petra Hirsch, Martina Schulz-Dräger

Technik

Michael Winzek, Karin Heinevetter

Regie

vhs theater heide

Über das Stück:
Wer kennt sie nicht, die berühmte Oper "Die Hochzeit des Figaro" von W. A. Mozart? Ein übermütiges Intrigenspiel über die Dekadenz adeliger Damen und Herren, gepaart mit der wunderschönen Musik Mozarts.
Weniger bekannt ist, dass das gleichnamige Theaterstück von Beaumarchais als Vorlage für Mozarts Oper diente. Die Bearbeitung von Gerd Sprenger vereint sowohl die Musik als auch das Stück. Natürlich wurde das Ganze inhaltlich gestrafft und sprachlich aktualisiert. Dabei wurden Ort und Zeit der Handlung nicht verändert.
Und natürlich ist es auch eine Komödie geblieben: Den Zuschauer erwarten Intrigen, frivole Anspielungen, Verwechslungen und Missverständnisse. Kurzum eben alles, was man von einer guten Komödie erwarten kann.
Und der Graf von Almaviva hat es wirklich nicht leicht, sein "Herrenrecht" bei der schönen Susanna geltend zu machen. Sowohl die Gräfin als auch Figaro sind dagegen, natürlich auch Susanna selbst. Hinzu kommt, dass Figaro sein Heiratsversprechen bei Marcelina einzulösen hat. Und dann wären da noch ein verliebter Musiklehrer und ein Dorfrichter, dem es wirklich schwer fällt, Recht zu sprechen... Nicht zu vergessen auch Cherubino, den alle lieben, wenn man vom Grafen mal absieht. Und was Ludwig XVI. und Marie Antoinette mit dem Stück zu tun haben, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
In jedem Fall darf herzlich gelacht werden. Und auch Opernliebhaber sollten auf ihre Kosten kommen...

"Die Laster, die Mißbräuche aber wechseln nicht, sie verbergen sich in tausend Formen hinter der Maske der herrschenden Sitten. Ihnen diese Maske abzureißen und sie entblößt zu zeigen, das ist die edle Aufgabe des Dichters, der sich dem Theater verschreibt".
Pierre Augustin Caron de Beaumarchais


Aufführungstermine:
·
Fr., 26. Oktober 2001, 20:00 Uhr
·
Sa., 27. Oktober 2001, 20:00 Uhr
·
So., 28. Oktober 2001, 17:00 Uhr
·
Mi., 31. Oktober 2001, 20:00 Uhr
·
Fr., 02. November 2001, 20:00 Uhr
·
Sa., 03. November 2001, 20:00 Uhr

Gastspiel in der Meldorfer "Ditmarsia"
am Freitag, 09. November 2001, 20:00 Uhr

Presseberichte:

Bericht vom 30. Oktober 2001:

Abschied von der Markthalle mit übermütigen Intrigen
VHS-Theater feiert mit "Figaros Hochzeit" Premiere

HEIDE (wi) "Allmählich verliere ich den Überblick", musste sich Graf
Almaviva angesichts gleich mehrerer Intrigen eingestehen. Der Ort dieser Ränkespiele: die Markthalle, in der das VHS-Theater ihre erfolgreiche Premiere der Komödie "Figaros Hochzeit" feierte.

"Figaros Hochzeit" dürfte jedem ein Begriff sein. Die Oper von Mozart gehört zu den bekanntesten Werken der Musikgeschichte. Weniger bekannt ist hingegen das Lustspiel von Beaumarchais, das dem Komponisten als Vorlage für seine Oper diente. Fünf Jahre vor Beginn der französischen Revolution geschrieben, stellt es ein ironisches Portrait der herrschenden Klasse Frankreichs dar und bringt das verstärkte Ressentiment gegen den Adel zum Ausdruck.

Doch was hier auf die Bühne gebracht wurde, ist ein völlig neues Theaterstück: die erst im vergangenen Jahr erschienene Bearbeitung von Gerd Sprenger. Ort und Handlung blieben zwar unverändert, doch Sprenger aktualisierte die Sprache und straffte den Inhalt, indem er Marie Antoinette als Kommentatorin auftreten ließ. Aus der Oper von Mozart fügte er Elemente hinzu. Die Gesangspassagen - ohne Begleitmusik - stellten die Darsteller vor eine ganz neue Herausforderung. Sie stellten sich ihr mutig und bestanden sie - das muss anerkannt werden - mit Bravour.

Das Stück bot das übermütige Intrigenspiel über die Dekadenz adliger Damen und Herren gespickt mit frivolen Anspielungen, ("Feine Damen sind höchstens gut gewürzt") Verwechslungen und Missverständnissen. Es weist alle Elemente auf, die von einer guten Komödie zu erwarten sind. Und die brachten die insgesamt 17 Laiendarsteller überzeugend auf die extra große Bühne. Die hervorragendes Kostüme taten ein übriges, den professionellen Eindruck zu untermauern. Ein besonderes Lob muss den fünf Neulingen ausgesprochen werden, die neben den alten Hasen auf der Bühne agierten, und zwar gleich mit tragenden Rollen: Anja Wölke als Gräfin, Kathrin Paßehl als Susanna, Antje Hennings als Barbarina, Till Maercklin als Bartolo und Frank Hiestermann als Bazile.

Doch in die Freude der gelungenen Premiere mischte sich ein Tröpfchen Wehmut. "Figaros Hochzeit" war die letzte Inszenierung in der Markthalle, "einer Spielstätte, die den Darstellern in sechs Jahren richtig ans Herz gewachsen ist", wie Andreas Zöhner, der Leiter der Theatergruppe, betonte. Doch die Zuschauer werden die Aufführungen nicht missen müssen: Ab der nächsten Theatersaison zeigt die Gruppe ihre Inszenierungen im umgebauten "Stadttheater".

• Weitere Aufführungen: Morgen, 31. Oktober, Freitag, 2. November und Sonnabend, 3. November, jeweils 20 Uhr, Markthalle. Am Freitag, 9. November, findet ein Gastspiel in der "Ditmarsia" Meldorf statt.

Dithmarscher Landeszeitung vom 30. Oktober 2001