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Drei Mal Leben
von Yasmina Reza
 


Zum Inhalt:

Drei Mal Leben ist ein auf eine klassische Grundsituation reduziertes 4-Personen-Stück. Das Ehepaar Finidori (Hubert und Ines) besucht ein anderes, durch ein Versehen allerdings einen Tag zu früh, was den Hauptkonflikt noch schneller freilegt und zuspitzt. An sich geht es um die Frage, ob der Hausherr Henri seine Karriere durch seinen Gast Hubert protegieren lässt (beide Männer sind Astrophysiker); in den Vordergrund drängt sich an diesem Abend jedoch das Problem, wie Henri mit einer von Hubert scheinbar beiläufig erwähnten Nachricht umgeht, die seine vor dem Abschluss stehende dreijährige Forschungsarbeit möglicherweise zur Makulatur macht. Das andere Ehepaar hat auch ein Kind, das aus dem Kinderzimmer heraus immer wieder nach den Eltern ruft, was beim Ehepaar immer wieder Streitereien um Erziehungsprinzipien verursacht. Was sich daraus an Konfrontationen und wechselnden Koalitionen entwickelt bzw. entwickeln könnte, wird auf der Bühne in drei Versionen durchgespielt.
Das Stück betont damit den Kunstcharakter des Theaters, wirkt zeitlos und modern zugleich, ist aktionsreich und dennoch psychologisch tiefgründig, changiert zwischen Banalität und Ernst und unterhält durch pointierte Dialoge voll bösen Witzes.


Die Rollen und ihre Darsteller:

Henri

Frank Hiestermann

Sonja, seine Frau

Petra Hirsch

Hubert Finidori

Stefan Niemann

Ines Finidori

Antje Hennings

Stimme Arnaud

Linnèa Blankenberg

Souffleuse

Ulrike Sprick-Zöhner

Technik

Christin Timpel, Matthias Binzer, Jürgen Bröcker

Bühne, Maske, Werbung, Organisation, Regie

vhs theater heide



Über die Autorin

index

Yasmina Reza (* 1. Mai 1959 in Paris) ist eine französische Schriftstellerin. Sie begann ihre künstlerische Laufbahn als Schauspielerin, wurde aber vor allem als Autorin von Theaterstücken, Romanen und Drehbüchern bekannt. Ein weltweites Publikum erreichte sie mit ihren Stücken Kunst, Drei Mal Leben und Der Gott des Gemetzels. Letzteres wurde 2011 von Roman Polanski verfilmt.
Nach ihrem Schauspielstudium - zunächst an der Universität Paris-Nanterre, später an der Ecole Internationale de Thèatre Jacques Lecoq hatte Reza zahlreiche Engagements auf französischen Bühnen in Stücken zeitgenössischer und klassischer Autoren. 1987 begann sie dann selbst zu schreiben. “€žIch liebte das Theater, und ich liebte die Sprache, also war es logisch, für das Theater zu schreiben.” Die Erfolge ließen nicht auf sich warten. Bereits ihre ersten beiden Stücke wurden mit dem renommierten französischen Theaterpreis Moliere ausgezeichnet. Ihr drittes, Kunst, avancierte zu einem Welterfolg. Es erhielt mehrere Preise, auch internationale (darunter den Tony Award und den Laurence Olivier Award) und war ihr Durchbruch zur weltweit meistgespielten zeitgenössischen Dramatikerin. Mit der wachsenden Berühmtheit als Bühnenautorin blieben Angebote an die Schauspielerin Yasmina Reza aus- mit Ausnahme eines eher zufälligen Engagements in der Pariser Erst-Inszenierung ihres zweiten großen Theatererfolgs, Drei Mal Leben.
In ihre Dramen werden häufig Einflüsse Tschechows gedeutet, was Reza höchstens für ihre ersten beiden Stücke gelten lässt. Die gängige Zuordnung zum Boulevardtheater (häufig in Deutschland) weist sie entschieden zurück. Zu dieser Etikettierung kommt es am ehesten dann, wenn seitens der Inszenierung aus Rezas Witz Klamauk gemacht, wenn nicht wahrgenommen wird, wie vielschichtig ihre Stücke, wie nah auch am tödlichen Ernst sie sind.

                                                                     
Aufführungstermine:
Fr, den 29. September 2017 um 20:00 Uhr (Premiere)
So, den 01. Oktober 2017 um 17:00 Uhr
Mi, den 04. Oktober 2017 um 20:00 Uhr
So, den 08. Oktober 2017 um 17:00 Uhr
Fr, den 13. Oktober 2017 um 17:00 Uhr im Stadttheater Heide sowie am
Fr, den 03. November 2017 um 20:00 Uhr in der Ditmarsia in Meldorf.