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„Die Zeit und die Conways“
von John B. Priestley

 

 

 

Die Rollen und ihre Darsteller:

Die Conways

Mrs. Conway

Rosemarie Ducks

die Söhne

Alan

Eugen Rodecker

 

Robin

Stefan Niemann

die Töchter

Madge

Jutta Voigt

 

Hazel

Petra Hirsch

 

Kay

Astrid Blöhß

 

Carol

Karin Heinevetter

Die Anderen

Joan Helford

Ulrike Sprick

 

Ernest Beevers

Adolf Sinhuber

 

Gerald Thornton

Frank Lohde

Über das Stück:
Am Tag von Kays Geburtstag ist die Familie endlich wieder zusammen, sogar Kays Bruder Robin ist aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt. Alles scheint mit dem Ende des Krieges gut zu werden, der Tod des Vaters ist weniger schmerzhaft, und auch ein ungebetener Gast, der arme Schlucker Ernest, kann der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Das geerbte Geld, die Aktien und Häuser werden es der Mutter ermöglichen, allen eine neue Existenz zu finanzieren, die sie schon in rosigsten Farben vor sich sehen.
Doch 20 Jahre später hat sich alles ganz anders entwickelt, desillusioniert und frustriert treffen sich alle noch einmal, um die Mutter vor dem Ruin zu retten, da sie all ihr Geld in windige Geschäfte ihres Sohnes Robin gesteckt hat. Doch die Rettungsversuche scheitern am Stolz und den alten Verletzungen, die damals bei diesem Geburtstagsfest entstanden sind. In einem Rückblick zeigt sich in der damaligen Aufbruchsstimmung schon der Untergang

Über den Autor:200px-JBPriestley
1894
13. September: John Boynton Priestley wird in Bradford/Großbritannien als Sohn eines Lehrers geboren. Seine leibliche Mutter stirbt kurz nach seiner Geburt, er wird von einer Stiefmutter aufgezogen.

1900
Priestley verläßt die Schule und beginnt eine kaufmännische Lehre in der Wollbranche. Nebenher schreibt er Artikel für die sozialistische Presse.

1914-1918
Freiwilliger Kriegsdienst bei der Infanterie der britischen Armee.

1919
Beginn des Studiums englischer Literatur, Geschichte und Politik am Trinity Hall College
in Cambridge.

ab 1922
Journalist, Literaturkritiker und Essayist in London.

1924
Veröffentlichung des Essaybandes "Figures in Modern Literature".

1927
Veröffentlichung einer kurzen Geschichte des englischen Romans "The English Novel" und der Werke "Thomas love Peacock" und "Adam in Moonshine".

1929-1936
Erste Erfolge mit den Romanen "Die guten Gefährten", "Die ferne Insel" (1932), "Der Held wider Willen" (1933) und "Abenteuer in London" (1936).

1932-1945
Aufführungen seiner Dramen „Gefährliche Kurve" (1932), "Die Zeit und die Conways" (1937), "Hier war ich schon einmal" (1937) und "Ein Inspektor ruft an" (1945).
Als Volksschriftsteller in der Nachfolge großer englischer Erzähler wie Charles Dickens wird er häufig als "Shakespeare des kleinen Mannes" charakterisiert

1936/1937
Präsident des internationalen PEN-Clubs.

19938-1942
Veröffentlichung der Kriminalgeschichten "Das Jüngste Gedicht" (1938), "Brüderschaft vom jüngsten Gericht" (1942) und "Verdunkelung in Gretley" (1942).

1939-1945
Als populärer Rundfunksprecher in Großbritannien ruft Priestley die Engländer zur Selbstbesinnung auf und übt Kritik an der Führung des Landes.

1941
Mitbegründer der sozialistischen Gruppe "Ausschuß vom Jahre 1941".

1947
Als Leiter der britischen Sektion für Film, Radio und Presse der UNESCO fördert er den geistigen Internationalismus.

1949
Präsident des ersten internationalen Theaterinstitutes in Paris.

1965-1967
Mitglied der internationalen Theater-Behörde.

1977
Aufnahme in den "Order of Merit" durch die britische Königin.

1984
14. August: J.B. Priestley stirbt in Stratford-on-Avon.



Presseartikel:

Vorberichte:

Neues vom VHS-Theater
Priestley-Stück ab 27. Oktober auf der Bühne

Heide (joc) Die VHS-Theatergruppe präsentiert sich mit einem neuen Bühnenstück: "Die Zeit und die Conways" von John B. Priestley. Das Drama des 1984 verstorbenen Briten ist bereits das vierte Stück, dessen sich die VHS-Amateurschauspieler angenommen haben. Zuvor wurden bereits "Man müsste verheiratet sein" (1990), "Die fremde Stadt" (1988) und "Zur Rose und Krone" (1986) inszeniert.
Neu ist allerdings, dass die Gruppe sich, das neue Stück, bisherige Aufführungen und viele weitere Informationen auch im Internet präsentiert. Unter www.vhs-theater-heide.de finden Surfer alles Wichtige über die seit 1978 bestehende Mannschaft.
Premiere feiert "Die Zeit und die Conways" am Freitag, 27. Oktober, um 20 Uhr in der Heider Markthalle. Dort folgen am 28. und 29. Oktober sowie am 01., 03., und 04. November weitere Aufführungen. Ein Gastspiel in der Meldorfer Ditmarsia geben die Heider am 17. November um 20 Uhr. Der Vorverkauf für die Termine in der Kreisstadt hat begonnen, Eintrittskarten gibt es wie imer direkt bei der Volkshochschule. Für Meldorf beginnt der Vorverkauf am 6. November im Schuh- und Sporthaus Carstensen in der Süderstraße.
Die Akteure im neuen Stück: Rosemarie Ducks, Eugen Rodecker, Stefan Niemann, Jutta Voigt, Petra Hirsch, Astrid Blöhß, Karin Heinevetter, Ulrike Sprick, Adolf Sinhuber und Frank Lohde. Es geht um die Conways, die sich mit viel Geld nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Existenz aufbauen wollen. Alles sieht rosig aus. Doch 20 Jahre später steht die Familie vor dem Ruin. Und: Jetzt zeigen sich die Verletzungen von früher. Im Rückblick offenbart sich in der damaligen Aufbruchstimmung schon der Untergang.

Dithmarscher Landeszeitung vom 12. Oktober 2000

Premiere des Schauspiels "Die Zeit und die Conways" am 27. Oktober in Markthalle
VHS macht zum 26. Mal Theater

Heide (rg) Sie hat sich einen Namen geschaffen und sorgt für gute Unterhaltung: Die VHS Theatergruppe in Heide. Jetzt hat sie zum 26. Mal seit Bestehen ein Theaterstück geprobt und wird in diesem Herbst das Schauspiel "Die Zeit und die Conways" von John B. Priestley auf die Bühne bringen. Premiere für das abendfüllende gut zweieinhalb Stunden lange Stück wird am Freitag, 27. Oktober, um 20 Uhr in der Markthalle sein. Weitere Aufführungen sind am Sonnabend, 28. Oktober 20 Uhr, Sonntag, 29. Oktober 17 Uhr, Mittwoch, 1. November 20 Uhr, Freitag, 03. November 20 Uhr und Sonnabend, 04. November 20 Uhr sowie ein Gastspiel am 17. November, um 20 Uhr in der "Ditmarsia" in Meldorf.
"Wir sind wieder bei John Priestley gelandet" erzählte Andreas Zöhner, einer der Sprecher der Theatergruppe. Nicht, dass die rund 25 Mitglieder der Gruppe auch andere Stücke spielen könnten, dieses haben sie oft genug bewiesen, doch Priestleys Stücke scheinen der Gruppe "auf den Leib geschrieben" zu sein. "Wir haben zur Zeit einen Männermangel mit nur sechs Schauspielern, auch deshalb haben wir das Stück von Priestley gewählt", so Zöhner. Zudem legt die Gruppe Wert darauf, dass möglichst viele Mitglieder spielen können - auch da erfüllt Priestley die Ansprüche. Somit haben die Laienschauspieler im März das Schauspiel ausgesucht und mit den Proben begonnen. Bis zur Premiere sind die Aktiven, darunter auch vier neue Mitglieder, noch mit zahlreichen Proben und dem Beschaffen von Requisiten beschäftigt.
Schließlich steht noch immer nicht ganz fest, wie der zweite Akt richtig in Szene gesetzt wird. Einig ist sich die Gruppe beim ersten Akt, der in England nach dem Ersten Weltkrieg in einer gutsituierten Familie -den Conways- spielt. Es ist eine Zeit des Wiedersehens, das anlässlich des Geburtstages von Kay gefeiert wird. Doch bei diesem Treffen schon wird der Grundstein für das spätere Chaos gelegt. Im zweiten Akt nämlich findet ein Zeitsprung -20 Jahre später- statt. Nichts ist aus den Träumen der Familie geworden, denn die Mutter hat auf die windigen Geschäfte ihres Lieblingskindes gesetzt. Das führt bei den Geschwistern zu Neid, Ärger, Eifersucht und Unverständnis.
Der dritte Akt spielt dann wieder nach dem 1. Weltkrieg und ist die unmittelbare Fortsetzung des ersten Aktes. Dort werden dann die Fragen aufgelöst, die der zweite Akt bei den Zuschauern aufgeworfen hat. Dabei dreht sich alles um die genaue Lebensplanung der Mutter für ihre Kinder und wie es zu dem Chaos kommen konnte. "Das ist auch heute noch ein aktuelles Thema, auch wenn es andere Erscheinungsformen eines vorgeplanten Lebens gibt", sagte Zöhner.
Wer Interesse hat, bei der VHS Theatergruppe, die auch Mitglied im Landesverband der Amateurtheater Schleswig-Holstein ist, mitzumachen, kann sich an Andreas Zöhner wenden. Karten für die Vorstellungen gibt es bei der VHS Heide, Markt 29, oder unter 0481/6850431 für acht Mark.

Heider Stadtanzeiger vom 11. Oktober 2000

Kritiken:

Anspruchsvolles Priestley-Stück gelungen inszeniert
Premieren-Publikum begeistert - Weitere Aufführungen in der Markthalle Anfang November

Heide (wi) "Die Gäste waren begeistert und das ist die Hauptsache", teilt Mrs. Conway mit strahlendem Lächeln ihren Kindern mit. Diese Textpassage lässt sich ohne Einschränkung auf die Premiere des Schauspiels "Die Zeit und die Conways" übertragen - ein Stück, das vom VHS-Theater Heide inszeniert und in der Markthalle auf die Bühne gebracht wurde.
Das plüschige Ambiente auf der Bühne führt die Zuschauer zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Man schreibt das Jahr 1919 und es herrscht jene euphorische Aufbruchstimmung, die typisch für die Zeit nach dem ersten Weltkrieg ist. "Die Conways" gehören zu den begüterten Familien, ein sorgenfreies Leben, Erfolg und eine rosige Zukunft scheinen vor ihnen zu liegen. "Die Zeit" hat aber etwas anderes mit ihnen vor.
Es ist ein anspruchsvolles Stück mit ausgefeilten Dialogen und akzentuiertem Witz, das hohe Anforderungen an die Schauspieler stellt. Es gibt keine dominierenden Hauptrollen, jede Rolle hat ihr unverzichtbares Gewicht und ihren eigenen Charakter. Daher ist jeder Schauspieler gefordert, die ganze Bandbreite seines Könnens zu zeigen: von der Darstellung kindlicher Euphorie bis zu abgrundtiefen Abneigungen.
Es ist den Laiendarstellern gelungen und damit ist es ein wirkich sehenswertes Schauspiel. Doch es ist auch eines der schwierigsten, das bisher von der Gruppe inszeniert wurde. Andreas Zöhner, der Sprecher der Theatergruppe: Die "durchentwickelten Charaktere" sind einer der Gründe, weswegen wir uns für das Stück entschieden haben. Zudem "bürgt John B. Priestley mit inhaltsvollen Stücken für Qualität". Bei der Auswahl mussten jedoch noch ganz andere Kriterien angelegt werden. Da nur wenige Männer in der Gruppe als Schauspieler agieren, müssen Stücke ausgesucht werden, in denen weibliche Rollen überwiegen...

Dithmarscher Landeszeitung vom 30. Oktober 2000

Conways

Zum zwölften Mal gastierte das vhs theater heide in Meldorf in der Ditmarsia, diesmal mit dem Priestley-Drama "Die Zeit und die Conways". Was 1919 als Familienidylle beginnt, endet zwanzig Jahre später in derselben Kulisse als ein Scherbenhaufen, auf dem all die gehegten Träume liegen: von Glück und Liebe, Erfolg und Wohlstand. Keines der sechs Kinder hat die Erwartungen der Mutter erfüllt: Mit böser Verachtung spricht sie über deren Lebensläufe. Nur ihr Lieblingssohn, für dessen Leichtsinn sie das Familienvermögen geopfert hat, bleibt vor ihrem Hohn und Spott bewahrt.
Besonders erwähnen muss man bei der Aufführung zweierlei. Zum einen die großartige Leistung von Rosemarie Ducks, die die eitle, oberflächliche Mrs. Conway überzeugend verkörperte und manchen Zuschauer in ihrer Art zu sprechen und sich zu bewegen an die "Mutter der Nation" Inge Meysel erinnerte. Zum anderen den Mut, mit dem die Truppe immer wieder neue Mitspieler mit wichtigen Rollen betraut. Und in diesem Stück gab es keine Nebenrollen, sondern Eugen Rodecker (Sohn Alan), Petra Hirsch (Tochter Hazel), Karin Heinevetter (Tochter Carol) und Frank Lohde (Familienanwalt Thornton) mussten bei ihren ersten Schritten auf den Bühnenbrettern gleich grosse Rollen bewältigen - und taten das mit Bravour. Das Publikum in der voll besetzten Ditmarsia dankte den Heider Gästen mit herzlichem Applaus für ihre Leistung.
Anneliese Peters

Dithmarscher Rundschau vom 21. November 2000