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Antigone
von Jean Anouilh


Zum Inhalt:

Nach dem Tod der beiden Brüder Polyneikos und Eteokles, die sich auf dem Schlachtfeld gegenseitig töteten, bekommt Eteokles ein ehrenvolles Staatsbegräbnis, für den Aufrührer Polyneikos erlässt König Kreon allerdings ein Bestattungsverbot. Antigone, die Schwester der beiden Toten, kann den Gedanken nicht aushalten, dass ihr Bruder ohne Begräbnis nun auf ewig im Schattenreich umherirren muss und widersetzt sich Kreons Gebot. Sie wird jedoch ertappt und vor Kreon geführt, der versuchen will, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Doch für Antigone gibt es keinen Ausweg, die Geschichte muss ihren Lauf gehen.


Die Rollen und ihre Darsteller:

Antigone

Sabine Popanda

Kreon

Frank Hiestermann

Hämon

Matthias Binzer

Ismene

Linnea Wacker

Eurydike

Petra Karol

Die Amme

Antje Hennings

Die Wachleute

Antje Hennings, Stefan Niemann

Die Sprecherin

Karin Heinevetter-Winzek

Souffleuse

Petra Hirsch

Technik

Jürgen Bröcker, Sönke Andresen

Bühne, Maske, Werbung, Organisation, Regie

vhs theater heide



Über den Autor

Jean Marie Lucien Pierre Anouilh wurde am 23. Juni 1910 als Sohn eines Schneiders und einer Pianistin und Klavierlehrerin in Bordeaux geboren. Durch den Beruf seiner Mutter kam er bereits früh mit dem Theater in Kontakt. 1919 zog er mit seinen Eltern nach Paris um, wo er ein katholisches Gymnasium besuchte. Schon als Schüler begann Anouilh, sich für Literatur zu interessieren und zu schreiben. Autoren, die ihn beeindruckten, waren u. a. Paul Claudel, Luigi Pirandello und George Bernard Shaw. Nach dem Baccalaurèat studierte Anouilh zunächst Jura, brach das Studium jedoch nach einem Jahr ab. Um sein Leben als freier Schriftsteller zu finanzieren, arbeitete er bis 1932 in einem Verlagshaus und einer Werbeagentur. Außerdem war er Sekretär des Regisseurs Louis Jouv
1932 schrieb Jean Anouilh die Dramen »Jezabel« und »L`Hermine«. Letzteres wurde im selben Jahr im Pariser »Thèatre de l`Oeuvre« uraufgeführt. Bereits sein erstes Stück war so erfolgreich, dass Anouilh fortan von seinen Einkünften als Autor leben konnte. Einen weiteren großen Durchbruch erzielte er 1937 mit dem Drama »Der Reisende ohne Gepäck«
Zwischen 1941 und 1946 beschäftigte sich Jean Anouilh mit antiken griechischen Stoffen und schuf die Dramen »Euridike« (1941), »Orest« (1945) und »Medea« (1946). Die erfolgreichste seiner Adaptionen griechischer Dramen aber war »Antigone« nach der Tragödie des Sophokles. 1942 geschrieben und 1944 in Paris uraufgeführt, wurde das Stück zum Sinnbild des französischen Widerstandes gegen die deutsche Besatzungsmacht.

                                                                     
Aufführungstermine:
Fr, den 24. Oktober 2014 um 20:00 Uhr (Premiere)
So, den 26. Oktober 2014 um 17:00 Uhr
Mi. den 29. Oktober 2014 um 20:00 Uhr
Sa, den 01. November 2014 um 20:00 Uhr
So, den 02. November 2014 um 17:00 Uhr im Stadttheater Heide,
Sa, den 15. November 2014 um 20:00 Uhr in der Ditmarsia in Meldorf, sowie am
Sa, den 22. November 2014 um 20:00 Uhr im TSBW in Husum

Presseberichte:

Chance für Antigone

VHS Theater Heide spielt zum letzten Mal die Tragödie

Das VHS Theater zeigt an diesem Wochenende auf der Bühne des Stadttheaters ein letztes Mal die Tragödie “Antigone” in der Version von Jean Anouilh.
Eine Tragödie? Das mag viele abschrecken, ist man in den letzten Jahren vom VHS Theater doch eher leichte, lustige Stücke gewohnt.
“ Wir sind zwar keine professionelle Bühne, aber wollen trotzdem ernstgenommen werden. Mit Antigone haben wir eines der ursprünglichsten Theaterstücke, die überhaupt bekannt sind, inszeniert. Nur eben in einer neueren, zugänglicheren Version von 1942.” sagt Jürgen Bröcker, der seit Jahresbeginn die Leitung der Gruppe zusammen mit Stefan Niemann übernommen hat. “Zeitlos” ist das Motto der Interpretation durchs VHS theater, denn der bekannte Mythos ist brandaktuell und das war er schon immer und wird es nach Auffassung der Laienbühne auch immer sein.
Seit dem 24. Oktober präsentiert sich die Gruppe schon mit diesem Stück in Heide. Ein minimalistisches , aber wohl durchdachtes Bühnenbild und kaum vorhandene Requisite machen die Inszenierung zu einer echten Herausforderung für die Schauspieler. “Wir haben auf der Bühne nur uns und müssen über die Stimme, Mimik und Gestik die ganzen Emotionen glaubhaft transportieren” erzählt Stefan Niemann. Er selbst hat die Rolle des Wächters übernommen, der Antigone verhaften wird. Diese Herausforderung haben die Darsteller erfolgreich gemeistert, sodass schließlich sogar die eine oder andere Träne beim Zuschauer kullerte. Die düstere und schwere Stimmung wird immer wieder gekonnt von der Rolle der Sprecherin durchbrochen, die das Publikum mit Informationen versorgt und es gleichzeitig auf abstand zum Geschehen hält. Wie nah man die Handlung an sich heranlassen möchte, ist so jedem selbst überlassen. Dass eine Tragödie nicht den gleichen Andrang erfährt, wie eine Komödie, war den Theatermachern bewusst. Trotzdem entschieden sie sich für Antigone. “Es ist ein Stück Theaterkultur, das wir unserem Publikum nicht vorenthalten wollen” sagt Jürgen Bröcker. Es gehört Mut dazu, sich einem so anspruchsvollen Stück anzunehmen, sowohl auf der Bühne als auch im Zuschauerraum, aber bisher hat sich die Arbeit, Mühe und Hingabe der VHS Theatergruppe sowie die Aufmerksamkeit der Zuschauer gelohnt.

Sonntagsanzeiger vom 02.11.2014